Ein paar Antworten auf Fragen, die immer wieder gestellt werden. Wir haben die Fragen der Reihe nach ergänzt. Dafür haben wir versucht, die in der Liste ein wenig zu ordnen. Also nicht wundern, wenn die in der Reihenfolge nicht gleich ist.
- Mein Kind ist 6. Kann es dennoch schon mitmachen?
- Kann man ein Probetraining vereinbaren? Wie läuft das?
- Wozu braucht es eine Elternerklärung, wenn ein Kind mitmachen will? Geht es ausnahmsweise auch ohne?
- Was muss mein Kind zum Training mitbringen?
- Was für Sportschuhe sollte ich meinem Kind kaufen?
- Was sind die F- und T-Gruppe, wo ist der Unterschied?
- Was wird Dienstags trainiert?
- Was ist eigentlich das Stabi-Training?
- Was ist HIIT?
Mein Kind ist 6. Kann es dennoch schon mitmachen?
Das kommt drauf an. Das die G1 mit 7 Jahren anfängt, kommt nicht von ungefähr, sondern ist ein Erfahrungswert, der vor allem an der Gruppenstruktur hängt. Ein sechsjähriges Kind, das vielleicht Kinderturnerfahrung hat, kann bereits gut in der Lage sein, beim Training mitzumachen (ebenso wie ein achtjähriges Kind, das zum ersten Mal Sport macht, vielleicht gnadenlos untergehen wird). Aus sportlicher Sicht kann also auch ein sechsjähriges Kind das Training gerne ausprobieren.
Idealerweise bringt es sich aber eine Freundin oder einen Freund mit. Die Masse der Kinder (in der G1) ist im Alter zwischen 9 und 12 Jahren. Mit 6 sticht man da schon sehr raus (Ende 7 und Anfang 9 unterscheiden sich da nicht mehr soooo sehr). Um Spaß in der Gruppe zu haben, kann ein gleichaltriger Freund echt helfen.
Was muss mein Kind zum Training mitbringen?
Wasser! Das wird gerne vergessen, aber Kinder müssen während des Trainings trinken. Wasser ohne Kohlensäure oder medium ist dafür gut. Tee auch. Von Säften raten wir ab. Und nur aus der Erfahrung: Cola ist absolut ungeeignet.
Ansonsten brauchen die Kinder nur ihr normales Schulsportzeug. Update: Weil wir gerade gelernt haben, dass es inzwischen Schulen gibt, in denen kein Sport mehr unterrichtet wird: Sportschuhe (s. u.), eine normale kurze Sporthose und ein TShirt reichen für das Training vollkommen aus. Das müssen auch keine super-duper Funktionsshirts sein, wer ein wenig in Trainingssachen investieren möchte, sollte das Geld viel eher in die Schuhe stecken als in Funktionsshirts.
Was für Sportschuhe sollte ich meinem Kind kaufen?
Gesetzt der Fall, das Kind braucht sowieso neue Sportschuhe (die Kinder wachsen ja so schnell), empfehlen wir, KEINE Leichtathletik-Schuhe zu kaufen. Manche Sporthäuser oder auch Versender (Schuhe sollten im Kinderalter im Sporthaus anprobiert werden, bevor man sie kauft) bieten extra Schuhe pro Sportart an, eben auch Leichtathletik-Schuhe. Das sind meist aber auf das Laufen ausgerichtete Schuhe, die die Vorwärtsbewegung stützen.
Das Problem daran ist, dass Leichtathletik hier so verstanden wird, dass die Kinder ein wenig nach vorne sprinten oder eine Stunde lang mit einem Ball an eine Wand werfen, um Werfen zu trainieren. Das ist zwar effizient, aber nicht die Art, wie wir trainieren.
Wir trainieren gerade im Kindesalter eher spielerisch. Um das Wurfbeispiel aufzugreifen: Werfen kann man auch beim TBall spielerisch üben. Wir spielen immer wieder und meist sind das Spiele, die schnelle Seitwärtsbewegungen brauchen, ein schnelles Ausweichen nach rechts oder links … und dafür stützen Leichtathletik-Schuhe dann gar nicht mehr, sondern überlassen die Knöchelgelenke ihrem Schicksal.
Sportschuhe, die wirklich gut für Leichtathletik geeignet sind, sind eher Handballschuhe oder Tennisschuhe.
Und weil die Füße beim Training großen Kräften ausgesetzt sind: Ruhig eine halbe Nummer größer als normal.
Kann man ein Probetraining vereinbaren? Wie läuft das?
Grundsätzlich können interessierte Kinder (und freilich auch Eltern) sich das Training jederzeit anschauen. Wir bitten aber um eine kurze Voranmeldung über das Kontaktformular, damit wir planen können.
In der Regel schauen sich die Kinder das Training drei, vier Mal an, bis sie dann entscheiden, ob wir zueinander passen. Die Papiere wegen des Eintritts in den Verein machen wir erst danach. Lediglich die Elternerklärung muss jedes Kind zwingend zum ersten Training mitbringen.
Wozu braucht es eine Elternerklärung, wenn ein Kind mitmachen will? Geht es ausnahmsweise auch ohne?
Das Wichtigste zuerst: Nein, es geht nicht ohne. Wenn ein Kind kommt und die Elternerklärung nicht dabei hat, müssen wir es leider wieder wegschicken (wenn die Eltern dabei sind, können sie sie auch vor Ort ausfüllen, aber wenn beides nicht da ist, geht es nicht).
Und das Warum ist auch recht einfach: Der erste große Block sind die Notfallkontaktdaten. Wir müssen zwingend wissen, wen wir wie informieren können, wenn etwas passiert (was hoffentlich nicht vorkommt, aber …). Der zweite wichtige Block sind die relevanten Vorerkrankungen. Und da wird es rechtlich relevant. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat in einem Fall geurteilt, dass es eine Verletzung der Aufsichtspflicht ist, wenn Trainer (in dem Fall Lehrer, aber der Fall ist inhaltlich übertragbar) es versäumen, sich über den Gesundheitszustand ihrer Teilnehmenden (Schüler) zu informieren. Lt. OLG müssten sie bei allen Teilnehmenden Vorerkrankungen oder gesundheitliche Besonderheiten schriftlich abfragen (OLG Düsseldorf, 21.06.2023 – 4 Ws 73/23; RN 32). Verfahrensführend haben das LG Mönchengladbach und abschließend der Bundesgerichtshof (18.12.2024 – 3 StR 292/24) die Lehrerinnen wegen der nicht durchgeführten schriftlichen Abfrage wegen der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen rechtskräftig verurteilt.
Das ist ein Risiko, dem wir unsere Trainer nicht aussetzen können, weshalb die Elternerklärung für die – auch einmalige oder probeweise – Teilnahme am Training zwingend und verpflichtend ist.
Was sind die F- und T-Gruppe, wo ist der Unterschied?
Die F-Gruppen sind fitness- und breitensportlich orientiert. Hier arbeiten wir eher am allgemeinen Körpergefühl, an Ausdauer und der Sportlichkeit insgesamt. Selbstverständlich werfen, laufen und springen wir auch in den F-Gruppen (wir sind ja Leichtathleten), aber vieles geschieht eher spielerisch.
In der T-Gruppe steht die Vermittlung der Sporttechnik im Vordergrund. Während in der F die Kinder beispielsweise Sprints an der Sprintleiter oder Treppe spielerisch erleben, lernen sie in der T, wie genau sie sich beim Start einrichten, wie sie die Arme halten müssen, etc. Die F hat in der Regel einen spielerischen Zugang, während in der T auch mal drillmäßig Speere immer und immer geholt und geworfen werden, bis die Haltung und Armstreckung richtig passt.
Und bevor die Frage kommt, was besser ist: Das hängt vom Kind ab. Wir haben Kinder, die können mit dem spielerischen Ansatz gar nichts anfangen, Kinder, denen der techniklastige Ansatz nicht zusagt und auch Kinder, die beide Gruppen nacheinander machen, weil ihnen eine zu wenig ist und sie beides mitnehmen wollen.
Im Übrigen ist das beides nie isoliert. Auch in der F lernen die Kinder die Technik kennen und auch in der T spielen die Kinder. Aber die Gewichtung ist unterschiedlich.
Was wird Dienstags trainiert?
Den Dienstag nutzen wir für individuelle Trainings, d. h. in der Regel sind nur zwei Teilnehmende auf einmal dabei. Und dann richtet sich das Training danach, was die brauchen. Das kann ein Stabi-Training sein, dass kann ein HIIT sein. Der Dienstag kann auch genutzt werden, um eine Technik inhaltlich zu verbessern oder eine detaillierte Video-Laufanalyse zu machen.
Kurz: Der Dienstag ist unser Multitalent, den wir nutzen, um genau, speziell und individuell auf die Bedüfnisse unserer SportlerInnen eingehen zu können und genau das zu machen, was die an diesem Tag brauchen.
Was ist eigentlich das Stabi-Training?
(Das ist ein Auszug aus einer Elternmail. Wie immer sind die Eltern herzlich eingeladen, zuzschauen und sich ein Bild vom Training zu machen)
Wie bei jedem Training beginnen wir mit dem Warmmachen. Wenn es nicht gerade junge Hunde schüttet, nutzen wir dazu die Bahn. Da zwei normale Runden Euch eigentlich gar nicht erst auf Betriebstemperatur bringen, lauft Ihr die beiden Runden zum Warmmachen mit wechselndem Tempo. Die ganzen Kurven könnt Ihr schön langsam laufen, dafür müsst Ihr auf den Gerade richtig Dampf machen.
Danach geht es in den Hauptteil. Hier machen wir verschiedene Halte- und Stabilisierungsübungen. Das sind Übungen wie beispielsweise Liegestütze, Planks, Situps, Hüftheber, … . Anders als im normales Training sind die Übungen hier aber alle mit Druck, d. h. ihr arbeitet nicht nur gegen Euer normales Körpergewicht, sondern zusätzlich gegen Gewichte oder ich halte Euch einfach fest und mir müsst dagegen an arbeiten.
Nachdem Ihr damit durch seid, könnt Ihr fast entspannen. Eigentlich müsst Ihr nur stillhalten, während wir aktiv dehnen, d. h. die Muskeln, die sich durch die Anstrengung zusammengezogen haben, wieder dehnen. Und danach könnt Ihr tatsächlich entspannen, wenn wir die Muskeln endgültig lockern. Das funktioniert entweder per Massage oder durch die Aktivierung von Triggerpunkten (was zwar hocheffizient ist, aber auch durchaus unangenehm sein kann. Dabei drückt man auf die Muskelansätze, bis die Muskeln sich entspannt haben). Das richtet sich ein wenig nach Euren Vorlieben.
Danach geht es dann nach Hause und Ihr könnt Euch bis Donnerstag ausruhen.
Was ist HIIT?
HIIT ist die Abkürzung für High-Intensity-Intervall-Training. Wenn man mal all den modernen Hype-Chichi ignoriert, ist es eigentlich ein Zirkeltraining. In der Regel trainieren wir acht Übungen, wobei sich Bein-, Arm-, Rücken- und Bauchübungen abwechseln. Jede Übung dauert eine Minute und dann hat man 30 Sekunden Pause bis die nächste Übung anfängt. Das ganze geht über drei Runden, so dass man nach 36:40 Minuten* fertig ist … mit den Übungen und auch körperlich. Das ist schon ein wenig fordernd 🙂
*) Und wer nachgerechnet hat: Richtig, das kommt natürlich nicht hin. Aber zwischen den drei Durchgängen gibt es eine lange Pause von einer ganzen Minute.
